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Astralreise: eine Anleitung für Anfänger

Mythen11 Min. Lesezeit

Astralreise: eine Anleitung für Anfänger

Eine Astralreisen Anleitung, die zeigt, dass die Methode fast genau wie WILD läuft. Die Schritte, die bei mir funktionieren, von der Entspannung bis zum Heraustreten.

Mit sechzehn klebte über meinem Bett ein ausgedrucktes Forum-Posting, das ich mit dem Leuchtstift bearbeitet hatte. Es war eine Astralreisen Anleitung, Schritt für Schritt, und ich war fest überzeugt, dass ich damit gleich aus meinem Körper steigen würde. Ich legte mich also brav auf den Rücken, blieb still und wartete auf die Vibrationen. Wochenlang passierte gar nichts, bis es dann eines Morgens tatsächlich begann zu brummen und zu kribbeln. Ich richtete mich auf, stand neben dem Bett und sah gleichzeitig meinen reglosen Körper unter der Decke liegen. Damals war ich sicher, dass ich gerade meinen Astralkörper bewegt hatte.

Heute weiss ich es besser, oder besser gesagt, ich deute es anders. Was ich da gelernt hatte, war fast Wort für Wort die WILD-Technik aus dem luziden Träumen, nur unter einem anderen Namen. Genau darum geht es in diesem Text. Ich gebe dir eine echte, brauchbare Astralreisen Anleitung, und ich sage dir gleichzeitig offen, dass diese Schritte sich kaum von dem unterscheiden, was Klarträumer machen. Du musst nicht entscheiden, an welche Deutung du glaubst. Die Übung ist so oder so dieselbe.

Was du in dieser Anleitung lernst

Die Astralreise, wie ich sie hier beschreibe, läuft in einer klaren Kette ab. Du entspannst deinen Körper sehr tief. Du lässt ihn einschlafen, während dein Geist wach bleibt. Du nimmst die Vibrationen und das Geräusch an, statt dich davor zu fürchten. Und am Schluss trittst du mit einer Ausstiegstechnik aus.

Das ist die ganze Struktur. Sie klingt simpel, und im Kopf ist sie das auch. Schwer wird es erst beim Üben, weil du einen ganz schmalen Zustand halten musst. Du sollst genau an der Grenze bleiben, an der dein Körper schläft und dein Bewusstsein noch wach ist. Diese Grenze zu treffen, ist die eigentliche Kunst, und sie braucht Geduld.

Ich sage es noch einmal deutlich. Diese Methode ist mechanisch dasselbe wie die WILD-Technik. Wer also lieber von einem luziden Traum spricht, folgt trotzdem genau denselben Schritten. Ich erkläre dir hier den vollen Ablauf und verweise für die ganz feinen Details auf meine ausführliche Beschreibung von WILD, wo ich jeden Schritt noch tiefer ausgewalzt habe.

Schritt eins: der richtige Zeitpunkt

Der häufigste Anfängerfehler ist der falsche Zeitpunkt. Die meisten legen sich am Abend hin, frisch und hellwach, und wundern sich, dass nichts geht. Am Abend ist dein Geist viel zu wach, und dein Körper braucht ewig, bis er einschläft. Du sitzt dann eine Stunde da und passierst gar nicht erst durch das spannende Fenster.

Viel besser klappt es in der zweiten Nachthälfte. Wach mitten in der Nacht oder gegen Morgen kurz auf, steh einen Moment auf, geh ein paar Schritte und leg dich dann wieder hin. In diesem Zustand ist dein Körper sofort bereit, wieder einzuschlafen, während dein Kopf noch wach genug ist, um bei der Sache zu bleiben. Genau diese Mischung brauchst du.

Im luziden Träumen nennt sich dieser kleine Trick die Wake-Back-To-Bed-Methode. In der Esoterik liest man oft nur, man solle es früh am Morgen probieren, ohne dass jemand erklärt, warum das hilft. Der Grund ist genau dieser. Frühmorgens ist dein Schlaf reich an Traumphasen, und der Übergang in den Traum geht dir besonders leicht von der Hand. Plane deine Astralreise also bewusst in diese Zeit.

Schritt zwei: die Ausgangsposition

Leg dich auf den Rücken und spreiz Arme und Beine ein wenig ab. Diese offene Lage hilft, weil sich nichts berührt und nichts drückt. Schliess die Augen und atme ruhig und gleichmässig. Ab jetzt geht es nur noch um eines. Du bleibst vollkommen still liegen.

Beweg keinen einzigen Muskel mehr, auch wenn es juckt, kribbelt oder zwickt. Jede bewusste Bewegung holt dich zurück ins Wachsein und du musst von vorne anfangen. Wenn der Juckreiz unerträglich wird, dann atme ihn weg und lenk deine Aufmerksamkeit auf etwas anderes. Mit der Zeit lernt dein Körper, dass dieses Stillliegen das Signal zum Loslassen ist.

Dein Ziel ist, dass dein Körper glaubt, du schläfst bereits. Er soll seine Schutzlähmung einschalten, die er sonst im Schlaf hat. Diese Lähmung ist genau das, was du suchst. Sie ist das Sprungbrett für die ganze Reise. Du wirst sie später spüren, und sie ist ein gutes Zeichen, kein schlechtes.

Schritt drei: tief entspannen

Jetzt kommt der Teil, an dem alles hängt. Du musst deinen Körper tiefer entspannen, als du das im Alltag je tust. Am Anfang habe ich dafür eine feste Technik genutzt, und ich empfehle sie jedem Einsteiger. Sie gibt dir etwas, woran du dich festhalten kannst, statt nur unruhig auf die Vibrationen zu warten.

Ich bin mit der Aufmerksamkeit langsam durch meinen ganzen Körper gewandert. Erst der erste Finger, dann der zweite, dann die restlichen Finger, dann die Hand, der Unterarm, der Oberarm und so weiter. Ich habe an jedem Punkt den Muskel kurz angespannt und dann bewusst gelöst. So spürst du den Unterschied zwischen Spannung und Ruhe sehr deutlich, und die Ruhe breitet sich aus.

Diese Wanderung durch den Körper ist eine alte Sache und hat mit Astralreisen im engeren Sinn gar nichts zu tun. Sie stammt aus dem Yoga und der progressiven Muskelentspannung. Genau dieselbe Übung benutzen auch Klarträumer auf ihrem Weg in den WILD. Das ist einer dieser Punkte, an denen die beiden Welten heimlich dasselbe tun. Wenn du die formale Version eines Tages nicht mehr brauchst, lässt du sie weg und liegst einfach still. So mache ich es heute meistens.

Schritt vier: den Geist wach halten

Hier liegt der eigentliche Knackpunkt, und hier scheitern die meisten. Dein Körper schläft jetzt langsam ein, und genau jetzt darfst du nicht mit ihm wegdämmern. Du musst einen dünnen Faden Wachheit halten, ohne dich dabei zu verkrampfen. Verkrampfst du dich, bleibst du wach. Lässt du ganz los, schläfst du normal ein. Du suchst die schmale Mitte.

Mir hilft ein leiser Anker im Hintergrund. Viele zählen still mit, etwa eins, ich reise, zwei, ich reise, ganz ruhig und ohne Druck. Du kannst auch einfach deinen Atem beobachten oder ein leises Wort wiederholen. Wichtig ist, dass dieser Anker leicht bleibt. Er soll dich wach halten wie ein Faden, nicht wach rütteln wie ein Wecker.

Es ist normal, dass du am Anfang immer wieder wegkippst und entweder ganz einschläfst oder mit einem Ruck wieder hochschreckst. Lass dich davon nicht entmutigen. Jeder Versuch bringt dir ein besseres Gefühl für diese Grenze. Mit der Zeit findest du den Punkt, an dem dein Körper schläft und du trotzdem klar dabei bist. Dann öffnet sich das Fenster.

Schritt fünf: die Vibrationen und das Geräusch annehmen

Wenn du diesen Zustand triffst, melden sich oft eindrückliche Eindrücke, und genau die machen vielen Anfängern Angst. Du fühlst vielleicht ein Kribbeln durch den ganzen Körper, ein leichtes Schaukeln oder ein Gefühl von Schwere. Viele beschreiben echte Vibrationen, als läge man auf einer Maschine. Dazu kommt oft ein Geräusch, ein Brausen oder Summen, das sich langsam aufbaut und immer lauter wird.

In der esoterischen Literatur gelten diese Vibrationen als das grosse Zeichen, dass der Astralkörper sich gleich löst. Im luziden Träumen heissen dieselben Eindrücke hypnagoge Phänomene, also die Sinneserlebnisse am Rand des Schlafs. Es ist genau dieselbe Sache unter zwei Namen. Das Brausen spiegelt die Umstellung im Gehirn wider, die mit dem Beginn der Traumphase einhergeht. Es ist also ein sehr gutes Zeichen, dass du auf dem richtigen Weg bist.

Der entscheidende Trick ist, das alles geschehen zu lassen. Krall dich nicht daran fest und forcier nichts. Wenn du das Geräusch ruhig auf sich selbst aufbauen lässt, trägt es dich oft direkt in den nächsten Schritt. Wenn du die Vibrationen dagegen verbissen festhalten willst, reissen sie meist wieder ab. Beobachte sie ruhig und freu dich leise darüber, ohne aus der Ruhe zu fallen. Wer mehr über diese Eindrücke wissen will, findet bei mir eine eigene Sammlung der typischen Astralreisen Symptome, damit dich kein einziges davon überrascht.

Schritt sechs: das Heraustreten

Jetzt kommt der Moment, auf den alles hinausläuft. Dein Körper ist gelähmt, dein Geist ist wach, die Vibrationen sind da. Jetzt trittst du aus. Dafür gibt es mehrere Techniken, und du darfst ausprobieren, welche bei dir am besten zündet. Sie haben alle eines gemeinsam. Du bewegst deinen inneren Körper, ohne einen einzigen echten Muskel anzuspannen.

Du kennst das Gefühl, wenn du dir vorstellst, deinen Arm zu heben, und ihn fast spürst, ohne ihn wirklich zu rühren. Genau das nutzt du jetzt für den ganzen Körper. Hier sind die drei Ausstiege, die am häufigsten beschrieben werden.

  • Das Rollen. Stell dir vor, du rollst dich seitlich aus deinem Körper heraus, wie aus einem engen Schlafsack. Du bewegst dabei nur deinen inneren Körper, der echte bleibt liegen. Viele finden diesen Weg am leichtesten.
  • Das Aufstehen. Du stellst dir vor, du richtest dich einfach auf und stehst neben dem Bett. Genau das ist mir mit sechzehn passiert. Ich habe mich aufgesetzt und stand plötzlich im Raum, während mein Körper unter der Decke lag.
  • Das Seil. Manche stellen sich ein unsichtbares Seil über sich vor und ziehen sich daran Hand über Hand hoch, ohne die echten Hände zu bewegen. Das gibt deinem Geist eine klare Bewegung, an der er sich entlanghangeln kann.

Bei mir geht das Aufstehen am besten, und ich habe noch einen Trick, der den Einstieg sicher macht. Ich stelle mir genau den Raum vor, in dem ich gerade liege. Ich sehe mein Schlafzimmer vor mir, das Bett, die Wand, alles so, wie es ist. Dann stehe ich in diesem vorgestellten Raum auf, und die Szene ist sofort da, weil ich sie aus einem Ort gebaut habe, den ich auswendig kenne. Von dort aus kann ich überall hin.

Eine wichtige Warnung, bevor du losziehst

Einen Punkt nehme ich sehr ernst, und du solltest ihn auch kennen. Sobald du dich aus dem Bett gehoben hast, mach als Allererstes einen sehr sorgfältigen Realitätscheck. Vergewissere dich ganz sicher, dass du wirklich schon drüben bist, bevor du irgendwo hinschwebst oder aus dem Fenster steigst.

Der Grund ist ganz einfach. Der Übergang fühlt sich so echt an, dass die Grenze zwischen dem inneren und dem echten Körper kurz verschwimmen kann. Ich will auf keinen Fall riskieren, dass ich mit dem echten Körper etwas tue, von dem ich glaube, ich täte es nur auf der Reise. Halt dir also kurz die Nase zu und versuch, durch sie zu atmen. Geht das, träumst du. Dieser kleine Schritt kostet zwei Sekunden und gibt dir die Sicherheit, dass du wirklich gefahrlos losziehen kannst.

Diese Regel gilt für die Astralreise genauso wie für den Klartraum. Wer austritt, prüft erst und handelt dann. Das ist die eine Sache, die ich mir bei diesem Thema nie spare.

Was tun, wenn nichts passiert

Wahrscheinlich klappt es bei den ersten Versuchen gar nicht. Das ist vollkommen normal, und es ist kein Zeichen, dass du etwas falsch machst. Bei mir hat es Jahre gedauert, bis dieser Übergang zuverlässig kam, und ich war nie der Fleissigste. Wenn du regelmässig übst, geht es bei dir vielleicht viel schneller.

Der häufigste Grund fürs Scheitern ist, dass du entweder zu wach bist oder zu schnell ganz einschläfst. Wenn du immer wieder hochschreckst, bist du zu angespannt, also lass etwas mehr los. Wenn du jedes Mal komplett wegdämmerst, ist dein Anker zu schwach, also halte den Faden Wachheit etwas fester. Es ist ein ständiges Nachjustieren, bis du den Grat triffst.

Verlieren kannst du dabei nichts. Wenn es heute nicht klappt, schläfst du einfach normal ein und probierst es ein andermal. Sieh jeden Versuch als kleines Experiment mit deinem eigenen Kopf. Selbst die Fehlversuche bringen dir ein besseres Gefühl für diesen schmalen Zustand. Und irgendwann öffnet sich das Fenster ganz von selbst.

Astralreise oder luzider Traum, was war das nun?

Vielleicht fragst du dich jetzt, ob ich dir gerade eine Astralreise oder doch nur einen luziden Traum beigebracht habe. Die kurze Antwort ist, dass ich es nicht mit letzter Sicherheit sagen kann. Genau das macht das Thema so spannend. Ich vermute stark, dass beides derselbe Hirnzustand ist, nur unterschiedlich gedeutet. Der Einstieg, die Vibrationen, das Geräusch und das Heraustreten sind in beiden Welten haargenau dieselben.

Ich komme selbst aus der esoterischen Ecke und nehme die Astralreise ernst. Trotzdem stehe ich heute mit beiden Beinen auf dem Boden und behaupte nichts, was ich nicht wirklich weiss. Ob da nun wirklich etwas deinen Körper verlässt oder ob dein Gehirn ein überzeugendes Erlebnis davon erschafft, diese grosse Frage lasse ich bewusst offen. Wer tiefer in diese Gegenüberstellung einsteigen will, findet meine ausführlichen Gedanken dazu unter Astralreise oder luzider Traum.

Für die Praxis spielt der Name fast keine Rolle. Du legst dich hin, entspannst tief, hältst deinen Geist wach, lässt die Vibrationen kommen und trittst aus. Diese Schritte funktionieren, egal welches Etikett du draufklebst. Nimm dir die Anleitung, probier sie geduldig aus und mach dir vorher klar, wonach du eigentlich suchst. Der Übergang selbst ist so oder so eines der eindrücklichsten Dinge, die ein Mensch erleben kann. Geniess ihn, bleib neugierig und behalte trotzdem die Bodenhaftung. So habe ich das Beste aus beiden Welten gefunden.