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Wenn Schlafhygiene, Traumtagebuch und Realitätschecks sitzen, kannst du Luzidität gezielt auslösen. Dafür gibt es ein paar gängige Induktionsmethoden: DILD, WBTB, MILD, FILD und WILD. Ich stelle sie hier kurz vor, grob in der Reihenfolge, in der dir die meisten begegnen. Zu jeder kommt später ein eigener Artikel mit allen Details.

Eine Sache vorweg: Keine dieser Methoden ist ein Knopf, den du einfach drückst. Sie erhöhen deine Chancen, mehr nicht. Die eigentliche Arbeit machen weiterhin die Grundlagen aus dem Einstieg.

DILD: der Klassiker

DILD steht für „Dream-Induced Lucid Dream". Das ist für die meisten der erste Klartraum überhaupt. Du träumst ganz normal und machst aus Gewohnheit einen Realitätscheck. Der fällt dann komisch aus. In genau diesem Moment merkst du, dass du träumst, und bist luzid.

Deshalb sind die Realitätschecks so wichtig. Der DILD ist im Grunde die Belohnung für die Gewohnheit, die du dir tagsüber antrainierst.

WBTB: der grösste Hebel

WBTB heisst „Wake Back To Bed". Das ist für mich die wirkungsvollste Einsteigermethode, und vielen anderen geht es genauso. So läuft es ab: Du wachst etwa zwei Stunden vor deiner normalen Zeit auf. Dann bringst du dein Gehirn ein bisschen auf Wachbetrieb. Steh kurz auf, lauf durch die Wohnung, schnapp etwas frische Luft, aber übertreib es nicht.

Bevor du wieder einschläfst, machst du etwas Autosuggestion oder Selbsthypnose. Du sagst dir also klar vor, dass du gleich luzid träumen wirst. Allein das bringt schon erstaunlich viel. WBTB lässt sich ausserdem wunderbar mit den anderen Methoden kombinieren.

MILD: die Absicht im Kopf

MILD steht für „Mnemonic Induced Lucid Dream". Die Methode arbeitet mit deinem Gedächtnis. Du nimmst dir fest vor, im nächsten Traum zu merken, dass du träumst, und wiederholst diese Absicht beim Einschlafen wie ein kleines Mantra. Klingt simpel, ist aber erstaunlich wirksam.

MILD passt perfekt zu WBTB, weil du die Absicht genau in der Wachphase setzt und sie dann mit in den Schlaf nimmst. Für mich ist die Autosuggestion, die ich beim WBTB sowieso mache, im Grunde schon ein halbes MILD.

FILD: der kleine Fingertrick

FILD steht für „Finger-Induced Lucid Dream". Die Methode ist relativ neu. Jemand hat sie mal in einem Forum gepostet, ich habe sie ausprobiert, und sie hat bei mir gut funktioniert.

So geht sie: Wenn du nachts aufwachst, bewegst du dich so wenig wie möglich. Du bewegst nur deinen Zeige- und Mittelfinger ganz leicht auf und ab, so als würdest du sanft Klavier spielen. Nach etwa 30 Sekunden bis 2 Minuten machst du einen Realitätscheck. Zähl die Zeit nicht genau ab. Schätz sie einfach grob. Mit etwas Glück träumst du schon, und der Übergang ist richtig sauber.

WILD: die stärkste, aber schwierigste

WILD heisst „Wake-Induced Lucid Dream". Für mich ist das inzwischen die kräftigste Methode, aber sie hat bei mir Jahre gebraucht. Die Idee dahinter: Du gehst direkt vom Wachzustand in den Traum, ohne dabei das Bewusstsein zu verlieren.

Das Besondere am WILD ist die Kontrolle. Du bist sofort da und von der ersten Sekunde an voll bei der Sache. Beim DILD weisst du oft nicht, wie du überhaupt luzid geworden bist, und du verlierst die Luzidität leichter wieder. Der WILD ist von Anfang an viel klarer. Er passt übrigens perfekt zu WBTB, weil du nach dem kurzen Aufwachen leicht wieder einschläfst und dein Bewusstsein dabei mitnehmen kannst.

Womit du anfangen solltest

Wenn du neu bist, fang mit DILD und WBTB an. Der DILD ergibt sich fast von allein aus deinen Realitätschecks. WBTB ist der grösste einzelne Hebel und dazu einfach umzusetzen. FILD ist ein netter Trick für zwischendurch. Den WILD hebst du dir besser für später auf, wenn du schon ein paar Klarträume hattest.

Die einzelnen Methoden schauen wir uns als Nächstes im Detail an.

MILD funktioniert nicht: häufige Fehler

Ich erinnere mich an eine ganze Phase, in der MILD bei mir einfach nichts gebracht hat. Ich lag nachts wach, sagte mir brav mein Mantra vor und dachte, ich mache alles richtig. Am nächsten Morgen kam ich auf vielleicht zwanzig Wiederholungen, und genau null davon hatten irgendetwas bewirkt.

Das Schlimme war das Gefühl danach. Ich hatte die Wörter im Kopf gehabt, aber sie waren leer gewesen. Es war wie ein Gebet, das man auswendig kennt und das einem nichts mehr sagt. Mein Mund, beziehungsweise mein innerer Mund, lief auf Autopilot, und mein Kopf war längst woanders.

WILD: direkt vom Wachsein in den Traum

Schon als Kind hat mich eine Frage nicht losgelassen. Wie fühlt es sich eigentlich an, einzuschlafen? Der Schlaf danach war mir egal. Ich wollte den Moment des Übergangs erwischen, die eine Sekunde, in der man vom Wachsein wegdriftet.

Lange hielt ich das für unmöglich. Meine Mutter erzählte mir, eine Freundin von ihr habe genau das einmal für eine Schulstudie versucht, als sie jung waren. Vom luziden Träumen wusste damals offenbar niemand etwas. Es klang wie ein Rätsel ohne Lösung.

DILD: Zufall oder Können?

An meinen allerersten Klartraum erinnere ich mich nicht. Komisch, oder? Die meisten Leute erzählen von diesem einen magischen Moment, dieser Szene, die alles veränderte. Bei mir ist da eine Lücke. Irgendwann in der Schulzeit muss es passiert sein, kurz nachdem ich in irgendeinem Forum über das Thema gestolpert war.

Was ich noch weiss: Ich war kein disziplinierter Übender. Ich hatte kein strenges System, keine perfekte Routine, keine Tabelle mit Häkchen. Ich machte ein bisschen Traumtagebuch, ein paar Realitätschecks am Tag, und dann hatte ich lange Pausen, in denen gar nichts lief.

WBTB: wann den Wecker stellen?

Es war kurz nach halb fünf, als mein Handy summte. Normal stehe ich um halb sieben auf. Ich hatte den Wecker bewusst etwa zwei Stunden früher gestellt, mitten in den letzten Schlafphasen. Mein Kopf war schwer, der Raum dunkel, und für einen Moment wollte ich einfach weiterschlafen.

Ich erinnere mich noch an den Traum, aus dem ich gerissen wurde. Ich stand in einem Bahnhof, der sich ständig umbaute, und irgendwas daran fühlte sich seltsam an. Genau dieses Gefühl wollte ich nutzen. Ich war direkt aus einer REM-Phase aufgewacht, das merkt man an den lebendigen Bildern.

FILD: der Fingertrick für luzides Träumen

Ich bin auf DreamViews gross geworden, zumindest was das Träumen angeht. Als ich ganz am Anfang anfing, mich mit luzidem Träumen zu beschäftigen, landete ich ziemlich schnell in diesem Forum. Und dann blieb ich einfach dort hängen, las mich durch endlose Threads und sog alles auf, was die Leute über ihre Träume schrieben.

Genau dort bin ich auch über FILD gestolpert. Jemand hatte die Methode frisch gepostet, lange bevor sie irgendwo anders auftauchte. Es gab kein Video dazu und keinen schicken Guide, nur einen Forenbeitrag und ein paar Leute, die ihn ausprobierten. Ich war einer davon, und es hat bei mir auf Anhieb funktioniert.

WBTB: Licht und Handy in der Wachphase?

Ich erinnere mich an eine Nacht vor vielen Jahren, in der ich dachte, ich hätte WBTB endlich im Griff. Wecker um vier Uhr, brav aufgewacht, alles lief gut. Dann habe ich die Nachttischlampe angeknipst, um schnell etwas ins Traumtagebuch zu kritzeln. Voll auf hell, ohne nachzudenken.

Das war ein Fehler. Mein Gehirn ging in dem Moment von “halb wach” auf “guten Morgen, der Tag beginnt”. Ich lag danach noch eine Stunde im Bett und war hellwach wie um die Mittagszeit. Kein WILD, kein Klartraum, einfach gar nichts mehr. Die ganze Vorbereitung war für die Katz.

MILD: warum es über prospektives Gedächtnis wirkt

Ich stehe in der Küche und sage mir: Wenn ich nachher an der Post vorbeikomme, schmeisse ich den Brief ein. Keine Notiz, kein Wecker. Nur dieser eine Vorsatz. Eine Stunde später laufe ich los, denke an ganz andere Sachen, und trotzdem zucke ich beim Briefkasten kurz zusammen. Da war doch was. Genau, der Brief.

Das ist keine Magie. Das ist eine ganz normale Funktion in deinem Kopf. Ich habe mir vorgenommen, etwas Künftiges zu tun, ausgelöst durch eine bestimmte Situation. Und dann hat mein Gehirn im richtigen Moment Alarm geschlagen. Diese Funktion hat einen Namen, und sie ist der ganze Trick hinter MILD.

MILD: beim Mantra einschlafen oder wach bleiben?

Ich erinnere mich an eine Nacht, in der ich diese Frage zum ersten Mal richtig verstanden habe. Ich war zwei Stunden vor meiner normalen Zeit aufgewacht, kurz durch die Wohnung gelaufen und lag wieder im Bett. In meinem Kopf lief der Satz “das nächste Mal merke ich, dass ich träume”, wieder und wieder.

Anfangs habe ich es falsch gemacht. Ich klammerte mich an das Mantra, als wäre es eine Prüfung. Ich wollte es perfekt sagen, jedes Wort sauber, und passte auf, dass ich bloss nicht einschlafe. Das Ergebnis: Ich lag eine halbe Stunde wach, murmelte innerlich vor mich hin und war am Ende einfach genervt.