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WBTB: nicht mehr einschlafen können, was tun

Techniken11 Min. Lesezeit

WBTB: nicht mehr einschlafen können, was tun

Ich lag nach der WBTB-Wachphase ewig wach und kam nicht zurück in den Schlaf. So halte ich die Pause kurz, vermeide Licht und finde wieder rein.

Ich erinnere mich an eine Nacht, in der alles schieflief. Wecker um halb fünf, raus aus dem Bett, alles wie geplant. Dann habe ich mein Handy gegriffen, kurz die Mails gecheckt, einen Artikel über luzides Träumen aufgemacht. Aus den geplanten zehn Minuten wurde eine knappe Stunde.

Als ich endlich zurück ins Bett ging, war mein Kopf hellwach. Ich lag da und wartete auf den Schlaf, und je länger ich wartete, desto wacher wurde ich. Das Zimmer kam mir zu hell vor, die Gedanken liefen im Kreis, und am Ende habe ich bis zum Morgen kein Auge mehr zugemacht. Kein Klartraum, dafür ein gerädeter Arbeitstag.

Diese Nacht hat mir eine simple Lektion eingebläut: Die Wachphase bei WBTB muss richtig kurz bleiben. Sie soll das Gehirn nur antippen und nicht hochfahren lassen. Sobald ich zu lange wach bin, kippt das ganze System, und der Schlaf kommt nicht mehr zurück.

Seitdem habe ich viel ausprobiert, was hilft, wenn man trotzdem mal festhängt. Das Meiste davon dreht sich um die Frage, warum man überhaupt wach bleibt. Genau darum geht es hier.

Worum es bei dieser Frage geht

Wenn du hier gelandet bist, kennst du die Wach-Halten-Phase von WBTB wahrscheinlich schon. Du wachst ein paar Stunden vor deiner normalen Zeit auf, machst dich kurz leicht wach und legst dich dann wieder hin, um in einen klaren Traum zu rutschen. So weit die Theorie.

Das Problem, das viele haben, mich eingeschlossen: Nach der Wachphase kommt der Schlaf einfach nicht zurück. Man liegt da, der Kopf rattert, und nichts passiert. Die gute Nachricht ist, dass das fast immer an drei Ursachen liegt: zu wach, zu viel Licht und ein zu aktiver Kopf. Für jede davon gibt es ein Gegenmittel, das bei mir gut funktioniert.

Ich gehe die Ursachen der Reihe nach durch. Danach zeige ich dir, was du in dem Moment machst, wenn du schon im Bett liegst und merkst, dass es nicht klappt.

Ursache eins: Du bist zu wach geworden

Das ist mit Abstand der häufigste Fehler, und ich habe ihn selbst oft genug gemacht. Die Idee bei WBTB ist, das Gehirn nur leicht anzuschubsen. Es soll wach genug sein, um beim Wiedereinschlafen ein Stück Bewusstsein zu halten. Es soll aber nicht so wach werden, dass es in den Tagmodus schaltet.

Die Grenze dazwischen ist schmaler, als man denkt. Bei mir reichen schon fünfzehn Minuten am Handy, und der Punkt ist überschritten. Genauso schlimm ist es, wenn ich aufstehe und anfange, im Kopf den Tag zu planen oder über ein Problem nachzudenken. Sobald das passiert, fährt der Verstand komplett hoch.

Mein Ansatz ist deshalb radikal simpel. Ich bleibe so kurz wach wie irgend möglich. Aufstehen, einmal kurz durch die Wohnung, vielleicht ein Schluck Wasser, frische Luft ans Gesicht, und zurück ins Bett. Das dauert bei mir oft keine fünf Minuten. Manchmal stehe ich gar nicht erst auf. Ich bleibe halb liegen und werde nur so weit wach, dass ich die Augen offen halten kann.

Ein guter Test ist die Frage, wie schläfrig du dich fühlst, wenn du dich wieder hinlegst. Wenn du noch deutlich Restmüdigkeit spürst, hast du es richtig gemacht. Wenn du dich frisch und klar fühlst, warst du zu lange wach. Dieses Gefühl zu treffen ist Übung. Bei mir hat es ein paar Wochen gedauert, bis ich ein Gespür dafür hatte.

Wie lange die Phase genau sein darf, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Manche brauchen wirklich nur eine Minute, andere kommen mit zwanzig Minuten noch klar. Bei dir kann das anders sein als bei mir. Mein Rat ist, dich von oben heranzutasten. Fang mit der kürzesten Phase an, die sich machbar anfühlt, und verlängere nur, wenn du danach gar nicht wach genug warst, um Bewusstsein zu halten.

Konkret: So hältst du die Phase kurz

Ein paar Dinge, die bei mir den Unterschied machen, wenn ich die Wachphase knapp halten will:

  • Auf keinen Fall das Handy anfassen, denn der Bildschirm ist der schnellste Weg, das Gehirn hochzufahren. Wenn ich etwas aufschreiben muss, dann mit Stift und Papier bei ganz schwachem Licht.
  • Keine geistige Arbeit. Ich denke bewusst an nichts Konkretes. Kein Planen, kein Grübeln über den nächsten Tag.
  • Eine feste, kleine Handlung. Bei mir ist das meist nur einmal aufs Klo und zurück. Eine klare, begrenzte Aktion, die ein Ende hat.
  • Wenn ich Autosuggestion mache, dann erst im Bett, beim Wiederhinlegen. Das hält mich nicht wach und gibt der Pause einen sinnvollen Abschluss.

Wenn du tiefer in die Autosuggestion einsteigen willst, schau dir MILD an. Das ist im Grunde genau diese Vorsatzbildung beim Wiedereinschlafen.

Ursache zwei: Zu viel Licht

Licht ist heimtückisch, weil es im Hintergrund wirkt. Dein Körper produziert nachts Melatonin, das dich schläfrig hält. Helles Licht, vor allem das bläuliche Licht von Bildschirmen, bremst diese Produktion. Das Gemeine daran ist, dass du den Effekt nicht direkt spürst. Du merkst nur später, dass der Schlaf nicht zurückkommt.

Bei mir war das lange ein blinder Fleck. Ich dachte, eine kurze Lampe oder ein kurzer Handyblick könne nicht so schlimm sein. Doch genau diese paar Minuten Helligkeit haben oft gereicht, um den Rest der Nacht zu ruinieren.

Heute mache ich es so dunkel wie möglich. Wenn ich aufstehe, schalte ich kein helles Licht ein. Ich nutze entweder gar kein Licht und taste mich durch, oder ich habe ein sehr schwaches, warmes Licht in der Nähe. Eine kleine, gedimmte Lampe mit warmem Ton ist viel harmloser als die Deckenbeleuchtung im Bad.

Das Handy ist auch hier der grösste Übeltäter. Selbst mit Nachtmodus und niedrigster Helligkeit ist der Bildschirm hell genug, um zu stören. Deshalb bleibt es bei mir in der WBTB-Phase aus.

Konkret: Die Lichtfallen ausschalten

  • Deckenlampen und helles Badlicht meiden. Lieber ein kleines, warmes Nachtlicht.
  • Den Bildschirm komplett weglassen, nicht nur dimmen.
  • Wenn du etwas Licht zum Orientieren brauchst, halte es kurz und schwach.
  • Vor dem Wiederhinlegen alles dunkel machen. Eine Schlafmaske hilft, falls von draussen Licht reinkommt.

Das passt auch gut zur allgemeinen Schlafhygiene, die für alle Techniken die Grundlage bildet. Ein dunkles, ruhiges Schlafzimmer macht jede Methode leichter.

Ursache drei: Der Kopf ist zu aktiv

Selbst wenn du kurz wach warst und es dunkel ist, kann der Kopf dir einen Strich durch die Rechnung machen. Manchmal liegt man da, und die Gedanken laufen einfach weiter. Bei luzidem Träumen kommt noch ein besonderer Stolperstein dazu: die Aufregung.

Genau das ist mir oft passiert. Ich lag im Bett, voller Vorfreude auf den Klartraum, und genau diese Vorfreude hat mich wachgehalten. Das Gehirn ist zu sehr im Erwartungsmodus, um loszulassen. Es ist ein bisschen wie an Heiligabend als Kind, wenn man vor lauter Aufregung nicht einschlafen kann.

Der Trick, den ich gelernt habe, klingt widersprüchlich: Du musst aufhören, den Klartraum zu wollen. Je mehr du den Traum erzwingen willst, desto wacher wirst du. Ich lege das Ziel beim Wiederhinlegen einmal fest und lasse es dann los. Ich sage mir ruhig, dass ich merken werde, wenn ich träume, und dann lasse ich den Gedanken einfach ziehen.

Ein zweiter Punkt sind die Gedanken, die nichts mit dem Träumen zu tun haben. Sorgen, To-do-Listen, der Streit von gestern. Dagegen hilft mir, den Fokus auf etwas Monotones zu legen. Ich konzentriere mich auf meinen Atem oder auf die kleinen Bilder, die hinter den geschlossenen Augen auftauchen. Diese hypnagogen Bilder sind übrigens ein gutes Zeichen, dass der Schlaf näher kommt.

Den Übergang als Werkzeug nutzen

Wenn du sowieso wach im Bett liegst, kannst du die Zeit nutzen, statt dich über sie zu ärgern. Genau dafür ist WILD gemacht, und es passt perfekt zu WBTB. Statt zu kämpfen, beobachtest du einfach, was beim Einschlafen passiert.

Ich lege mich dafür meist auf den Rücken, Arme und Beine locker gespreizt, und bewege keinen Muskel mehr. Ruhig atmen, entspannen, und dann nur zuschauen. Bei mir fängt irgendwann ein Geräusch an, das sich langsam aufbaut. Das ist ein gutes Zeichen, und ich lasse es einfach lauter werden, ohne etwas zu erzwingen.

Der Clou ist, dass diese Beobachterhaltung selbst beim Einschlafen hilft. Du wartest dann nicht mehr angespannt auf den Schlaf. Du bist mit etwas beschäftigt, das ganz von allein in den Traum führt. Die Aufregung legt sich, weil dein Geist ruhig auf eine Sache gerichtet ist.

Eine kleine Warnung dazu. Wenn die Bilder und das Geräusch sehr intensiv werden, kann das anfangs unheimlich wirken. Das ist alles harmlos. Es sind ganz normale Vorgänge beim Einschlafen, und sie gehen von allein vorbei.

Wenn du schon wach im Bett liegst

Sagen wir, das Kind ist in den Brunnen gefallen. Du bist zu wach, hast vielleicht zu lange ins Licht geschaut, und jetzt liegst du da. Was dann?

Das Erste, was ich gelernt habe: Nicht in Panik geraten und nicht auf die Uhr schauen. Sobald ich anfange zu rechnen, wie viel Schlaf mir noch bleibt, bin ich erst recht wach. Die Uhr bleibt aus dem Blick. Stattdessen sage ich mir, dass auch ruhiges Liegen mit geschlossenen Augen erholsam ist. Das nimmt den Druck raus.

Dann gehe ich in die Entspannung. Früher habe ich dafür die 61-Punkt-Entspannung benutzt, bei der man die Aufmerksamkeit Schritt für Schritt durch den Körper wandern lässt. Heute brauche ich das meist nicht mehr, aber zum Runterkommen ist es Gold wert. Es gibt dem Kopf etwas Harmloses zu tun und beruhigt das Nervensystem.

Wenn ich nach einer Weile merke, dass wirklich gar nichts geht, dann zwinge ich nichts. Ich lasse den Klartraum für diese Nacht ziehen und stelle mir nur vor, normal einzuschlafen. Manchmal kommt der Schlaf genau dann zurück, wenn ich den Anspruch fallen lasse.

Eine kleine Schritt-für-Schritt-Notlösung

So sieht mein Vorgehen aus, wenn ich festhänge:

  1. Augen zu, nicht auf die Uhr schauen, kein Handy.
  2. Mir innerlich sagen, dass ruhiges Liegen schon hilft und den Druck rausnimmt.
  3. Auf den Rücken legen, Glieder spreizen, keinen Muskel bewegen.
  4. Den Atem ruhig laufen lassen und die Aufmerksamkeit darauf legen.
  5. Die kleinen Bilder hinter den Lidern beobachten, ohne sie festzuhalten.
  6. Das Ziel einmal ruhig formulieren, dann loslassen.

Oft schlafe ich irgendwo zwischen Schritt vier und sechs einfach weg. Und wenn nicht, dann war es eben eine Nacht mit etwas weniger Schlaf, kein Drama.

Was tun, wenn es chronisch wird

Eine einzelne durchwachte Nacht ist kein Problem. Wenn es aber jedes Mal passiert, lohnt es sich, einen Schritt zurückzugehen.

Bei mir lag es fast immer am Timing. WBTB funktioniert am besten in den späten Schlafzyklen, weil die REM-Phasen dort am längsten sind. Wenn ich zu früh aufwache, also mitten im Tiefschlaf, fühle ich mich wie gerädert und komme schwer wieder rein. Wache ich dagegen erst nach etwa sechs Stunden auf, klappt das Wiedereinschlafen viel leichter, weil der Körper näher an einer REM-Phase ist.

Ein zweiter Punkt ist die Gesamtschlafmenge. Ich brauche meine acht Stunden, sonst rebelliert der Körper. Wenn ich schon vorher zu wenig schlafe und dann auch noch WBTB mache, geht das oft nach hinten los. Dann ist der Schlafdruck zwar hoch, aber die Nerven sind dünn, und jede Störung wirft mich raus.

Und manchmal ist die simpelste Lösung, WBTB einfach seltener zu machen. Ich habe immer mit vielen Pausen geübt, von streng und diszipliniert war ich weit entfernt. Trotzdem kamen die Ergebnisse. Wenn jede Nacht zur Qual wird, baut sich nur Frust auf, und der ist Gift fürs luzide Träumen. Lieber zwei oder drei gute Versuche pro Woche als sieben verkrampfte.

Falls dein Wiedereinschlafen so spät kippt, dass die Lähmung schon eingesetzt hat und du nicht weiterkommst, ist das harmlos. Das ist im Grunde eine Schlafparalyse, also luzides Träumen rückwärts. Der Körper ist gelähmt, der Geist ist wach. Das geht von allein vorbei. Bei mir reicht es, die Augen zuzulassen und einen Finger zu wiggeln, dann löst sich das.

Wie ich heute damit umgehe

Nach all den Jahren ist meine Haltung gelassen geworden. Ich weiss, dass nicht jede WBTB-Nacht ein Treffer wird, und das ist okay. Der Schlüssel bleibt aber immer derselbe, und es ist genau die Lektion aus der durchwachten Nacht am Anfang: Die Wachphase kurz halten.

Wenn ich nur eine einzige Sache mitgeben dürfte, dann diese. Tippe das Gehirn an, statt es hochzufahren. Lass das Licht aus, lass das Handy liegen, halte die Pause knapp. Damit löst sich der allergrösste Teil des Problems von selbst, weil der Schlaf gar nicht erst zu weit weggeht.

Der Rest ist Loslassen. Den Klartraum nicht erzwingen, die Aufregung nicht füttern und beim Wiedereinschlafen einfach beobachten, was passiert. Genau aus dieser ruhigen Haltung entsteht bei mir am ehesten ein klarer Traum.

Wenn du das nächste Mal wach im Bett liegst, denk an die drei Ursachen: zu wach, zu viel Licht und ein zu aktiver Kopf. Geh sie durch, finde heraus, welche bei dir zugeschlagen hat, und beim nächsten Versuch machst du es anders. Mehr braucht es oft nicht.

Und wenn du nach dem Wiedereinschlafen tatsächlich drin warst, aber zu schnell wieder aufgewacht bist, lohnt sich ein Blick darauf, wie man in den Traum zurückkehrt. Das ist nämlich oft das nächste Hindernis, sobald das Einschlafen wieder klappt.