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WBTB: Licht und Handy in der Wachphase?

Techniken11 Min. Lesezeit

WBTB: Licht und Handy in der Wachphase?

Ich erkläre dir, warum helles Licht und Handy in der WBTB-Wachphase das Wiedereinschlafen sabotieren und wie ich die Wachphase im Dunkeln gestalte.

Ich erinnere mich an eine Nacht vor vielen Jahren, in der ich dachte, ich hätte WBTB endlich im Griff. Wecker um vier Uhr, brav aufgewacht, alles lief gut. Dann habe ich die Nachttischlampe angeknipst, um schnell etwas ins Traumtagebuch zu kritzeln. Voll auf hell, ohne nachzudenken.

Das war ein Fehler. Mein Gehirn ging in dem Moment von “halb wach” auf “guten Morgen, der Tag beginnt”. Ich lag danach noch eine Stunde im Bett und war hellwach wie um die Mittagszeit. Kein WILD, kein Klartraum, einfach gar nichts mehr. Die ganze Vorbereitung war für die Katz.

Noch schlimmer wurde es an den Nächten, an denen ich kurz aufs Handy geschaut habe. Eine Nachricht hier, eine schnelle Sache dort, und plötzlich war es zwanzig Minuten später und ich scrollte immer noch. Das Blaulicht hat mich jedes Mal komplett wachgemacht. Die Wachphase war damit erledigt, bevor sie richtig begonnen hatte.

Heute weiss ich, dass die Wachphase bei WBTB eine ziemlich heikle Sache ist. Du willst dein Gehirn nur ein bisschen wecken, gerade genug, und nicht den Hauptschalter umlegen. Licht und Handy legen genau diesen Hauptschalter um. Deshalb findest du hier alles, was ich über die Jahre zu dieser Frage gelernt habe.

Worum es bei der WBTB-Wachphase überhaupt geht

Kurz zur Einordnung, ohne dass ich dir den ganzen WBTB-Pillar nacherzähle. Die Idee ist, dass du etwa zwei Stunden vor deiner normalen Aufwachzeit aufstehst, kurz wach wirst und dich dann mit der richtigen Absicht wieder hinlegst. Die späten Schlafzyklen sind reich an REM-Schlaf, und genau da passieren die lebhaften Träume. Du legst dich also mitten in die fruchtbarste Phase der Nacht.

Der Trick liegt im Wort “kurz”. Du willst dein Bewusstsein anstupsen, damit es später im Traum wieder auftaucht. Du willst aber den Schlafdruck behalten, damit du überhaupt wieder einschlafen kannst. Diese Balance ist alles. Bist du zu wenig wach, fällst du sofort zurück in den Tiefschlaf, ganz ohne Bewusstsein. Bist du zu viel wach, liegst du stundenlang da und ärgerst dich.

Licht und Handy kippen diese Balance fast immer ins “zu viel wach”. Das ist der Kern der ganzen Sache. Wenn du nur eine Regel aus diesem Beitrag mitnimmst, dann diese.

Warum helles Licht das Wiedereinschlafen sabotiert

Dein Körper hat eine innere Uhr, und diese Uhr richtet sich stark nach Licht. Wenn helles Licht ins Auge fällt, sendet das Gehirn ein klares Signal. Es ist Tag, wach werden. Das Schlafhormon Melatonin wird gebremst, und dein System schaltet auf wach. Dieser Vorgang läuft automatisch ab, ganz ohne dein Zutun.

Genau das ist das Letzte, was du in der WBTB-Wachphase brauchst. Du hast da gerade noch eine angenehme Restmüdigkeit, einen schönen schweren Schlafdruck. Helles Licht räumt diesen Schlafdruck weg. Bei mir reichten schon ein paar Sekunden volle Deckenbeleuchtung, um das Fenster für den Rest der Nacht zuzuschlagen.

Es kommt auch auf die Art des Lichts an. Warmes, gedimmtes Licht wirkt deutlich weniger störend als kaltes, weisses Licht. Eine grelle Badlampe um vier Uhr morgens ist also keine gute Idee. Wenn du Licht brauchst, dann möglichst wenig davon und möglichst warm. Schon dieser kleine Unterschied entscheidet bei mir oft über die ganze restliche Nacht.

Ich will hier nichts versprechen, was bei jedem klappt. Manche Leute sind robuster und schlafen nach Licht trotzdem wieder ein. Bei mir war die Empfindlichkeit immer hoch, und ich vermute, das geht vielen so. Wenn du dir unsicher bist, geh vom empfindlichen Fall aus. Das kostet dich nichts und schützt deine Wachphase. Du kannst die Menge an Licht später immer noch vorsichtig erhöhen, falls du merkst, dass du mehr verträgst.

Warum das Handy noch schlimmer ist als eine Lampe

Das Handy ist aus zwei Gründen ein doppeltes Problem. Der erste Grund ist das Blaulicht. Bildschirme strahlen einen hohen Anteil an blauem Licht ab, und blaues Licht ist für die innere Uhr besonders stark. Es signalisiert dem Gehirn am deutlichsten, dass jetzt Tag ist. Schon ein kurzer Blick aus nächster Nähe wirkt hier wie ein kleiner Sonnenaufgang direkt vors Auge.

Der zweite Grund ist der Inhalt. Eine Lampe leuchtet einfach nur vor sich hin. Ein Handy zieht dich dagegen aktiv rein. Du checkst eine Nachricht, dann eine zweite, dann hast du auf einmal ein Video offen. Dein Gehirn bekommt einen Schwall an Reizen, Gedanken und vielleicht sogar kleine Aufregungen oder Ärger. Das ist mentaler Sprit, der dich richtig hochfährt.

Bei mir war der Inhalt sogar das grössere Problem als das Blaulicht. Sobald ich gelesen oder gescrollt hatte, ratterte mein Kopf. Ich dachte an Termine, an Antworten, an irgendwas Sinnloses aus einem Feed. Diese Gedanken liessen sich dann nicht mehr abstellen. Der ruhige, halbwache Zustand war damit komplett verschwunden.

Selbst der sogenannte Nachtmodus löst das nicht. Er filtert zwar einen Teil des blauen Lichts, aber er macht das Handy kein bisschen weniger fesselnd. Das Wecker-Wischen, das kurze Aufleuchten, der Reflex zum Checken, all das bleibt einfach bestehen. Mein klarer Rat lautet deshalb, das Handy in der Wachphase ganz wegzulassen. Leg es am besten so weit weg, dass du gar nicht erst in Versuchung kommst.

Wie ich die Wachphase im Dunkeln mache

Über die Jahre habe ich eine ziemlich einfache Routine gefunden, die das Licht weitgehend vermeidet. Sie ist nicht perfekt, aber sie funktioniert bei mir zuverlässig genug, dass ich danach noch eine echte Chance auf einen Klartraum habe. Wichtig ist mir, dass die einzelnen Schritte mir das Denken abnehmen, denn um vier Uhr morgens denke ich nicht gern viel nach.

Mein Wecker steht ausser Reichweite, damit ich aufstehen muss, um ihn auszuschalten. Das Display ist auf die niedrigste Helligkeit gestellt und liegt mit der Anzeige nach unten. So vermeide ich schon beim Ausschalten den vollen Lichtschwall. Falls du einen separaten Wecker ohne Bildschirm hast, ist das sogar noch besser, weil dich dann kein Display in Versuchung führt.

Dann stehe ich auf und bewege mich kurz durch die Wohnung, im Dunkeln oder bei sehr wenig Licht. Die grosse Beleuchtung mache ich bewusst nicht an. Wenn ich auf die Toilette muss, reicht mir meistens das vorhandene Restlicht oder ein ganz schwaches, warmes Nachtlicht. Frische Luft hilft mir auch, deshalb kippe ich oft kurz ein Fenster. Diese kleine Kühle weckt mich gerade richtig, ohne mich völlig hochzufahren.

Wichtig ist mir dabei, es nicht zu übertreiben. Ich will wach genug sein, um eine klare Absicht zu setzen, und gleichzeitig noch schläfrig genug, dass der Schlaf in Reichweite bleibt. Ein paar Minuten reichen dafür völlig. Danach lege ich mich wieder hin und arbeite mit Autosuggestion, also der festen Absicht, im nächsten Traum zu merken, dass ich träume. Das ist auch der Kern von MILD, und WBTB passt da perfekt dazu.

Was mache ich mit dem Traumtagebuch?

Hier kommt der häufigste Einwand. Wenn ich kein Licht mache, wie schreibe ich dann meine Träume auf? Das Traumtagebuch ist ja eine der wichtigsten Grundlagen überhaupt, und ich nutze dafür Stift und Papier statt eines Handys. Genau da entsteht der scheinbare Widerspruch zwischen Dunkelheit und Notizen.

Meine Lösung ist ein Kompromiss. In der WBTB-Wachphase schreibe ich entweder gar nichts auf oder nur ein paar Stichworte bei minimalem Licht. Den vollen Traumbericht hole ich am Morgen nach, wenn ich sowieso aufstehe und das Tageslicht ohnehin da ist. Mitten in der Nacht ist mein Ziel die Wachphase und der nächste Klartraum, das saubere Protokoll hat dann Pause.

Wenn ich doch etwas notieren will, weil ein Traum besonders stark war, nutze ich ein winziges, warmes Licht und schreibe nur die nackten Stichworte. Drei oder vier Worte, die mir am Morgen reichen, um mich zu erinnern. Langes Formulieren im Hellen vermeide ich, weil genau das mich wieder hochfährt.

Eine andere Variante hilft mir manchmal sogar besser. Ich gehe die Traumstichworte einfach im Kopf durch, ohne sie überhaupt aufzuschreiben. Das festigt die Erinnerung schon ein gutes Stück, und ich bleibe dabei komplett im Dunkeln. Mehr zum Traumtagebuch und zu den Grundlagen findest du im Beitrag dazu, wie man luzides Träumen lernt.

Was tun, wenn du im Dunkeln nicht klarkommst?

Total dunkel ist nicht für jeden machbar. Vielleicht musst du eine Treppe runter, hast Haustiere, die im Weg liegen, oder einfach ein mulmiges Gefühl in der Dunkelheit. Sicherheit geht hier immer vor Technik. Wenn du im Dunkeln stolperst oder dich unwohl fühlst, mach lieber etwas Licht. Ein verstauchter Knöchel ist keinen Klartraum wert.

In dem Fall würde ich auf ein warmes, gedimmtes Licht setzen, also eine kleine Lampe statt der Deckenbeleuchtung. Es gibt auch warme Nachtlichter mit Bewegungssensor, die nur ganz schwach leuchten. Das ist immer noch viel besser als grelles Weiss. Du nimmst dir damit vielleicht ein bisschen von der Wachphasen-Qualität, dafür kommst du sicher durch die Wohnung. Dieser Tausch lohnt sich auf jeden Fall.

Falls du eine Brille brauchst, denk daran, dass du im Dunkeln noch schlechter siehst. Auch da kann ein wenig Licht der vernünftigere Weg sein. Ich will dich nicht in eine Situation reden, in der du dich verletzt, nur weil ein Artikel “kein Licht” sagt. Pass auf dich auf und finde dein eigenes Minimum, mit dem du dich sicher fühlst.

Der Zusammenhang mit WILD und der Wachphasen-Länge

Wenn du nach WBTB einen WILD machen willst, also bewusst aus dem Wachzustand in den Traum gleiten, dann ist das Licht-Thema doppelt wichtig. WILD braucht einen entspannten, ruhigen Geist, der gerade an der Grenze zum Schlaf schwebt. Helles Licht und ein aktiver Kopf vom Handy zerstören genau diese feine Grenze.

Bei mir läuft das so ab. Ich halte die Wachphase kurz und dunkel, lege mich auf den Rücken, bleibe ruhig liegen und lasse die hypnagogen Bilder kommen. Diese Bilder und das innere Geräusch sind Werkzeuge für mich, keine Bedrohung. Im Dunkeln bauen sie sich viel leichter auf. Mit grellem Licht im Hinterkopf, im wahrsten Sinne des Wortes, kommt da gar nichts in Gang.

Eine Sache noch zur Wachphasen-Länge, weil sie eng mit dem Licht zusammenhängt. Je heller und aktiver du wirst, desto länger musst du eigentlich wachbleiben, um wieder genug Schlafdruck aufzubauen. Das klingt erst mal paradox. Wer voll wach wird, denkt oft, eine kurze Wachphase reiche, und schläft dann gar nicht mehr ein. Wer dunkel und ruhig bleibt, kommt dagegen oft mit fünf bis fünfzehn Minuten aus. Dunkelheit hält dich näher am Schlaf, und das ist letztlich das ganze Ziel.

Eine kleine Sicherheitsnote zum WILD aus der Wachphase

Wenn der WILD klappt und du luzid wirst, vielleicht sogar mit der Szene deines eigenen Zimmers, dann mach bitte vorher einen sehr sorgfältigen Realitätscheck. Ich beschwöre manchmal mein Zimmer herauf, stehe mit dem Traumkörper auf und fliege dann aus dem Fenster. Das ist grossartig, solange es im Traum passiert.

Im echten Leben aus einem Fenster zu springen ist eine völlig andere Geschichte. Deshalb halte ich mir die Nase zu und versuche zu atmen, bevor ich irgendetwas Wildes mache. Mehr zu den Checks findest du unter Realitätschecks machen. Im Dunkeln, frisch aus der Wachphase, ist die Grenze zwischen Traum und Wachzustand besonders verschwommen. Lieber prüfe ich einmal zu viel als einmal zu wenig.

Was ist mit Schlafparalyse in der Wachphase?

Manchmal passiert beim Wiedereinschlafen nach WBTB etwas, das viele Leute erschreckt. Du wachst auf, kannst dich aber nicht bewegen. Das ist eine Schlafparalyse, und sie ist ein völlig normaler Schlafmechanismus, der von allein wieder vorbeigeht. Erst die Angst erzeugt den Horror, die Lähmung selbst ist harmlos.

Das Licht spielt auch hier eine Rolle. Wer in so einem Moment in Panik gerät und sofort grelles Licht sucht, reisst sich komplett aus dem Zustand und verliert die Chance, ihn als Sprungbrett in einen Klartraum zu nutzen. Meine Methode ist deutlich ruhiger. Augen zu lassen, einen Finger wackeln, dann löst sich die Lähmung sanft auf. Wer mehr darüber lesen will, schaut bei was eine Schlafparalyse ist vorbei.

Ich erwähne das, weil Licht in der Wachphase oft als schneller Notausgang benutzt wird. Bei echter Panik mag das verständlich sein, und wenn es dir hilft, dich sicher zu fühlen, ist das in Ordnung. Im Normalfall brauchst du es aber nicht. Ruhe und ein bisschen Geduld bringen dich besser durch diesen Moment.

Meine kurze Zusammenfassung der Regeln

Damit du es im Kopf behältst, hier mein einfaches Vorgehen. Grelles Deckenlicht in der Wachphase vermeide ich komplett. Das Handy bleibt aus, sowohl wegen des Blaulichts als auch wegen der Gedanken, die es auslöst. Wenn ich überhaupt Licht brauche, dann warm, gedimmt und so kurz wie möglich.

Den Wecker stelle ich auf niedrige Helligkeit und lege ihn ausser Reichweite. Den vollen Traumbericht schreibe ich am Morgen, in der Nacht reichen mir Stichworte bei Minimallicht oder ganz im Kopf. Und wenn Dunkelheit für dich gefährlich wäre, geht Sicherheit immer vor, dann nimm ruhig ein schwaches warmes Licht.

Das Ganze ist bei mir über Jahre gewachsen, und es kann bei dir anders aussehen. Vielleicht verträgst du mehr Licht, vielleicht weniger. Probier es ein paar Nächte aus und schau, ab wann du nach der Wachphase nicht mehr einschläfst. Diese persönliche Grenze zu kennen, ist schon der halbe Erfolg. Notier dir ruhig, was funktioniert hat und was nicht.

Wenn du tiefer in die Methode einsteigen willst, lies den vollen WBTB-Pillar. Dort steckt der Rest des Ablaufs drin, von der richtigen Aufwachzeit bis zur Absicht beim Wiedereinschlafen. Das Licht-Thema ist nur ein Baustein von vielen, aber bei mir war es einer der wichtigsten, um WBTB überhaupt zum Laufen zu bringen.