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Grösse verändern: schrumpfen und wachsen im Traum

Traumkontrolle10 Min. Lesezeit

Grösse verändern: schrumpfen und wachsen im Traum

Im Traum kannst du deine Grösse ändern, winzig werden oder gigantisch. Ich zeige dir, wie ich schrumpfe und wachse, was es bringt und wie du dabei stabil bleibst.

Eine meiner liebsten Erinnerungen aus den letzten Jahren ist eine ganz kleine. Wortwörtlich. Ich war in einem Garten gelandet, frisch luzid, und vor mir stand eine einzelne Blume. Irgendwas an ihr zog mich an, also wollte ich sie aus der Nähe sehen. Ganz nah. Statt mich hinzuknien, dachte ich mir einfach, dass ich jetzt kleiner werde, und dann sackte die Welt um mich herum nach oben weg. Der Stängel wurde zu einem Baumstamm, die Blütenblätter zu riesigen Segeln über mir, und ich stand winzig zwischen Pollenkörnern, die so gross waren wie Medizinbälle. Es roch nach nichts und nach allem zugleich, so wie Gerüche im Traum eben sind. Ich blieb eine ganze Weile dort unten und schaute mir das an. Und kurz darauf, fast aus einer Laune heraus, wollte ich das Gegenteil. Ich wuchs, und zwar so schnell, dass mir kurz schwindlig wurde, bis ich riesig über den Dächern des Quartiers ragte und die Häuser wie Spielzeug unter mir lagen. Beides in einem einzigen Traum. So fühlt sich Macht im Schlaf an.

Wenn du das auch willst, dann bist du hier richtig. Deine Grösse zu ändern im Traum ist eine der unterschätztesten Spielereien, die es gibt, und sie ist leichter, als die meisten denken. Schauen wir uns an, wie das geht.

Ja, du kannst im Traum winzig oder gigantisch werden

Das Erste, was du verstehen musst, ist simpel. Im Traum gibt es keine feste Körpergrösse. Es gibt überhaupt keine festen Regeln, aber die Grösse fällt besonders leicht, weil sie nichts mit Physik zu tun hat. Du bist nicht an die Knochen gebunden, die du im Wachen mit dir herumträgst. Im Traum bist du genau so gross, wie du dich gerade glaubst.

Das heisst, du kannst zwei Zentimeter klein werden und durch das Gras laufen wie durch einen Dschungel. Du kannst die Grösse einer Ameise annehmen und in einem Ameisenhaufen verschwinden. Oder du gehst in die andere Richtung und wirst zum Riesen, hundert Meter hoch, und steigst über Berge hinweg, als wären es Sandhügel am Strand. Es gibt nach oben und nach unten keine echte Grenze, höchstens die, die du dir selbst setzt.

Bei mir war das nicht von Anfang an so. Manche Sachen im Traum lagen mir sofort, das Fliegen zum Beispiel. Andere haben gedauert. Die Grösse gehört für mich zu den Dingen, die irgendwann einfach klickten, als ich aufhörte, sie kompliziert zu denken. Solange ich es als grosse Verwandlung sah, hakte es. Sobald ich es als das nahm, was es ist, nämlich eine reine Erwartungssache, ging es plötzlich von selbst.

Und es ist mehr als nur ein Trick zum Angeben. Eine andere Grösse bedeutet eine völlig andere Welt. Dieselbe Wiese ist als Winzling ein fremder Planet und als Riese ein Teppich unter den Füssen. Du musst dafür nicht einmal die Szene wechseln. Du veränderst nur dich, und alles andere bekommt eine neue Bedeutung.

Wie ich schrumpfe und wachse

Jetzt zum Praktischen. Wie machst du das konkret? Die Antwort ist die gleiche wie bei fast allem in der Traumkontrolle. Du erwartest es, und dann passiert es. Klingt zu einfach, ich weiss, aber genau das ist der Kern. Im Traum entscheidet dein Glaube über alles. Wenn du fest davon ausgehst, dass du gerade kleiner wirst, dann wirst du kleiner. Wenn ein Teil von dir zweifelt, ob das überhaupt geht, dann bleibst du, wie du bist.

Bei mir läuft es meistens so. Ich stehe in der Szene und mache mir innerlich ganz klar, dass ich jetzt schrumpfe. Ich denke dabei nie “ich versuche zu schrumpfen” oder “vielleicht klappt es”. Für mich ist es eine Tatsache. Es passiert gerade, in diesem Moment. Und dann spüre ich, wie die Welt um mich herum grösser wird. Das ist übrigens ein netter Wahrnehmungstrick. Aus deiner Sicht bleibst du gleich, und alles andere wird gross. Für dein Gehirn ist das einfacher zu verarbeiten, also nutze ich gern dieses Bild.

Beim Wachsen ist es genau umgekehrt. Ich stelle mir vor, wie alles unter mir wegsackt, wie der Boden tiefer und tiefer rückt und die Dinge schrumpfen, während ich an Ort und Stelle bleibe. Das gibt mir oft ein kurzes Kribbeln im Bauch, fast wie in einem schnellen Lift. Das ist ein gutes Zeichen, dann weiss ich, es greift.

Manchmal hilft eine Geste oder ein gesprochener Satz, und das ist gerade für den Anfang Gold wert. Reine Erwartung ist abstrakt, und am Anfang ist es schwer, sich überhaupt sicher zu sein. Eine Handlung gibt deinem Glauben etwas zum Festhalten. Ich habe mich früher zum Beispiel langsam in die Hocke gehen lassen und mir dabei gesagt, dass ich mit jeder Bewegung kleiner werde, bis ich am Boden winzig war. Oder ich strecke mich nach oben, recke mich, und wachse mit der Bewegung mit. Der Körper hilft dem Kopf.

Genauso gut funktioniert ein klarer Befehl. Ich sage einfach laut “kleiner” oder “ich werde jetzt riesig”, und oft reicht das schon. Das ist eine eigene Kunst für sich, und ich habe darüber einen ganzen Artikel über verbale Befehle an den Traum geschrieben. Falls dir die reine Erwartung schwerfällt, fang mit einem gesprochenen Befehl an. Worte sind konkret, und Konkretes ist im Traum leichter zu glauben als ein blosser Gedanke.

Probier ruhig verschiedene Varianten aus. Der eine schnippt mit den Fingern, der andere atmet tief aus und schrumpft mit dem Atem. Es gibt nicht den einen richtigen Weg. Du suchst nur die Bewegung oder die Worte, bei denen dein Zweifel am leisesten ist.

Was dir das alles bringt

Vielleicht fragst du dich, wozu der ganze Aufwand. Ich finde, die Grösse zu ändern gehört zu den lohnendsten Spielereien überhaupt, und das aus mehreren Gründen.

Der erste ist die Perspektive. Wenn du winzig wirst, öffnet sich eine Welt, die du sonst nie zu sehen bekommst. Ich habe es mit der Blume beschrieben, aber das geht viel weiter. Du kannst in einen Wassertropfen steigen, der zur Kuppel über dir wird. Du kannst zwischen Grashalmen herumlaufen, die wie Bambusstämme in den Himmel ragen. Eine Pfütze wird zum See, ein Kieselstein zum Felsen. Diese Welten im Kleinen sind erstaunlich detailreich, oft detailreicher, als ich es erwartet hätte. Dein Gehirn füllt die kleine Skala mit einer Wucht an Eindrücken, die mich jedes Mal aufs Neue überrascht.

Der zweite Grund ist das Gegenteil davon. Als Riese stellt sich ein Machtgefühl ein, das schwer in Worte zu fassen ist. Du ragst über alles hinaus, die Welt liegt klein unter dir, und du bewegst dich durch sie hindurch wie durch eine Modellbaulandschaft. Das hat etwas zutiefst Befreiendes. Es ist ein anderes Gefühl als beim Fliegen. Beim Fliegen bist du frei, beim Riesigsein bist du gewaltig. Beides will ich nicht missen.

Der dritte Grund ist subtiler und für mich der eigentlich spannende. Deine Grösse zu ändern, schult genau den Muskel, auf den im Traum alles ankommt, nämlich die vollständige Gewissheit. Es ist eine Veränderung, die du sofort am eigenen Körper spürst, und das macht sie zu einem perfekten Training. Wenn du erst einmal gefühlt hast, wie es ist, mit absoluter Sicherheit zu schrumpfen, dann kannst du dieses Gefühl auf alles andere übertragen. Es ist im Grunde dasselbe wie beim Fliegen, nur dass die Rückmeldung noch unmittelbarer kommt.

Und ganz nebenbei macht es einfach Laune. Ich habe ganze Träume damit verbracht, mehrfach zwischen winzig und riesig hin und her zu wechseln, nur um zu sehen, wie sich dieselbe Szene jedes Mal komplett verwandelt. Das wird nicht so schnell langweilig.

Wie du dabei stabil bleibst

Jetzt kommt der Teil, den die meisten Anleitungen weglassen, der mir aber wichtig ist. Extreme Veränderungen können den Traum ins Wackeln bringen. Das gilt für die Grösse ganz besonders, weil sich dabei deine gesamte Wahrnehmung auf einen Schlag verschiebt.

Bei mir passiert das vor allem, wenn ich zu schnell zu weit gehe. Wenn ich von normal direkt auf hundert Meter hochschiesse, kann es sein, dass die Szene flackert, dass die Farben kurz verblassen oder dass alles wabbelig wird. Im schlimmsten Fall wache ich auf. Dein Gehirn muss die ganze Welt neu berechnen, und manchmal kommt es dabei kurz aus dem Tritt.

Die Lösung ist einfach. Erde dich kurz, sobald du die neue Grösse erreicht hast. Mit Erden meine ich, dass du dich bewusst wieder mit der Szene verbindest. Ich greife dann nach etwas in meiner Nähe und spüre die Oberfläche. Als Winzling fasse ich einen Grashalm an und fühle, wie rau oder glatt er ist. Als Riese lege ich die Hand auf ein Hausdach und nehme die Ziegel wahr. Diese eine bewusste Berührung holt den Traum sofort zurück in die Schärfe.

Auch die Augen helfen. Schau dir bewusst Details an, je kleiner desto besser. Als Winzling die Struktur eines Blattes, als Riese die einzelnen Autos auf der Strasse. Je mehr Sinne du einbindest, desto fester sitzt der Traum. Das ist genau dasselbe Prinzip wie sonst auch, und wenn du tiefer einsteigen willst, habe ich das im Artikel über das Stabilisieren deines Traums ausführlich beschrieben. Lies das ruhig, falls dir Träume oft zu früh wegbrechen.

Mein bester Tipp gegen das Wackeln ist aber, langsamer zu machen. Statt mit einem Ruck auf Riesengrösse zu springen, lasse ich mich lieber wachsen, als würde ich gleichmässig hochgezogen. So kommt dein Gehirn besser mit. Du gibst ihm Zeit, die Welt Schritt für Schritt neu zu zeichnen, statt alles auf einmal umzuwerfen. Für ganz extreme Sprünge mache ich manchmal sogar einen kurzen Halt auf halbem Weg, erde mich dort einmal und wachse dann weiter. Das klingt umständlich, dauert im Traum aber nur Sekunden und rettet mir den Traum öfter, als ich zählen kann.

Grösse ändern ist nur eine Form des Verwandelns

Wenn du genau hinschaust, ist das Ändern der Grösse eigentlich nur ein Spezialfall von etwas Grösserem. Du veränderst deinen eigenen Körper, und das ist im Kern dasselbe wie sich im Traum verwandeln. Die Grösse ist dabei meiner Erfahrung nach der einfachste Einstieg, weil sich nur eine einzige Eigenschaft ändert. Du bleibst du, nur eben kleiner oder grösser.

Genau deshalb empfehle ich dir, mit der Grösse anzufangen, bevor du dich an die richtig wilden Verwandlungen wagst. Wer einmal sicher schrumpfen und wachsen kann, hat das Gefühl für die Selbstveränderung schon im Körper. Von da aus ist der Schritt zum Tier, zu einer anderen Gestalt oder zu etwas völlig Fremdem viel kleiner. Du baust dir mit der Grösse die Grundlage, auf der alles Weitere aufsetzt.

Ich erlebe die beiden Sachen auch oft fliessend. Ich schrumpfe, um durch ein Mauseloch zu passen, und merke unterwegs, dass ich gleich auch noch die Form ändern könnte. Oder ich werde riesig und denke mir, dass dazu eigentlich Flügel gut passen würden. Die Übergänge sind im Traum völlig durchlässig. Eine Veränderung lädt die nächste ein, und mit etwas Übung kettest du sie aneinander, ohne dass der Traum dabei abreisst.

Ein Punkt aus all den Jahren noch, weil er wichtig ist. Erwarte nicht, dass dein veränderter Körper perfekt aussieht. Genauso wie Gesichter im Traum nie ganz richtig sind und beim Hinschauen leicht zerfliessen, ist auch dein geschrumpfter oder gewachsener Körper selten makellos. Mal sind die Proportionen seltsam, mal fühlen sich die Hände zu gross oder zu klein an, mal stimmt irgendetwas nicht, und du kannst nicht sagen, was. Das ist normal. Lass dich davon nicht aus dem Glauben bringen. Solange du überzeugt bist, dass du die richtige Grösse hast, funktioniert es, auch wenn die Details ein bisschen schwimmen.

Mach dich klein, mach dich gross, probier es aus

Deine Grösse zu ändern im Traum ist eine dieser Sachen, die viel mächtiger sind, als sie auf den ersten Blick wirken. Sie öffnet dir zwei Welten in einer, die winzige und die gigantische, und sie tut das, ohne dass du auch nur die Szene wechseln musst. Du veränderst dich, und der Rest folgt.

Fass dir für die nächste Nacht ein einziges Ziel. Werde einmal winzig und schau dir etwas Kleines aus der Nähe an, eine Blume, ein Käfer, ein Tropfen. Oder werde einmal riesig und ragst über die Dächer, ganz wie ich es am Anfang erzählt habe. Mehr braucht es für den Einstieg nicht. Erwarte es, hilf mit einer Geste oder einem Befehl nach, und erde dich kurz, sobald du angekommen bist. Mehr ist es wirklich nicht.

Und wenn du Lust auf mehr bekommst, dann ist das erst der Anfang. Von der Grösse führt der Weg direkt weiter ins Verwandeln, ins Erschaffen, ins ganze grosse Feld der Traumkontrolle. Schau dich im Traumkontrolle Bereich um und such dir die nächste Sache aus, die dich reizt. Dein Traum gehört dir, in jeder Grösse.